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Veröffentlicht: 16.11.2019


Die Zukunft der Gesundheits-IT ist
dezentral und interoperabel:
Starke Statements beim UWS-
Herbstforum 2019

Die Herbstforen der Initiative United Web Solutions for Healthcare (UWS) e. V. sind das jährliche Highlight zu den herausragenden IT-Trends im Gesundheitswesen. Um sich zu informieren und auszutauschen, kamen Mitte Oktober rund 60 Teilnehmer zu der Veranstaltung nach Berlin. Die UWS-Themen Best-of-Breed, Interoperabilität und sichere Cloud teilten sich dort das starke Programm mit IT-Entwicklungen, die den heutigen Arbeitsalltag ebenso betreffen wie die Zukunftsstrategien der Stakeholder im Gesundheitswesen. Im Mittelpunkt der Vorträge standen Erwartungen und Angebote der verschiedenen Seiten im Markt.

„Es ist Zeit für den Wandel“, betonte Jörg Reichardt beim Start des Herbstforums 2019. Der Erste Vorsitzende der Initiative United Web Solutions for Healthcare forderte auf: „Wir müssen endlich abrücken von monolithischen Denkansätzen und überhöhten Schnittstellenpreisen. Interoperabilität ist der Schlüssel zu Lösungen mit höchstem Nutzen, die Zukunftssicherheit durch Anbieterunabhängigkeit gewährleisten“.


Jörg Reichardt

Auf die Vielzahl an Gesetzen in der aktuellen Legislaturperiode ging Joachim Weith kritisch ein. Neben Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), MD-Reformgesetz und weiteren neuen Rahmenbedingungen nimmt dabei das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) eine zentrale Rolle ein, unterstrich der Leiter Political Affairs & Healthcare Payer Relations, Fresenius. Es setzt Anreize, das eh schon knappe Pflegepersonal auch für Tätigkeiten einzusetzen, die keine pflegerische Qualifikation erfordern, führe zu Verschiebungen beim Markt für Pflegepersonal zu Lasten der von Alten- und Pflegeheimen und mache sinnvolle Investitionen in bessere Infrastruktur und effizientere Prozesse der Krankenhäuser unattraktiv. An die stattdessen notwendige Bereinigung der Krankenhausstruktur hin zu weniger, größeren und spezialisierten Krankenhäusern traue sich die Politik aber nicht heran.

Joachim Weith

Der health innovation hub (hih) des BMG will den Nutzen der Digitalisierung für Patienten und Leistungserbringer sowie Pflegender gleichermaßen sichtbar und erlebbar machen. Darüber hinaus schlage er eine Brücke zwischen den Experten des BMG und den realen Herausforderungen des Systems. Dafür vereinen sich in dem Think Tank Expertisen aus den unterschiedlichsten Bereichen des Gesundheitswesens bis hin zu Medizinern und Apothekern, beschrieb Julia Hagen. Das hih-Team beschäftige sich mit Fragestellungen rund um den direkten Nutzen für Anwender und Leistungserbringer, wie der ePA, den DiGA (digitalen Gesundheitsanwendungen), Nutzen-Evaluation, KI-Applikationen, Datenspende und einem nationalen Patientenportal, fuhr die Direktorin Regulatory & Politics des hih fort. Informieren, Aufklären, Akzeptanz schaffen und eine Allianz der Willigen schmieden, zähle darüber hinaus zu den Zielen des hih, die u.a. durch eigene Dialog-Veranstaltungen für Ärzte, Pflegende, Patienten, Startups und Kassen erreicht werden sollen; angestoßen werden soll auch die Diskussion über „eine Digitalisierung mit Werten!“.

Julia Hagen

Datenanalytik im Gesundheitswesen spielt die Hauptrolle beim WIG2, dem Wissenschaftlichen Institut für Gesundheitsökonomie und Gesundheitssystemforschung, erläuterte Martin Blaschka. Er leitet das Innovationszentrum ZING! am WIG2 Institut – und konstatiert eine Goldgräberartige Stimmung im Kontext aktueller Rahmenbedingungen: So habe das DVG mit seinem Fast Track zu DiGA auch im Einklang mit dem Versichertenentlastungsgesetz (GKV-VEG) das Abschmelzen der Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen zum Ziel; diese dürfen ferner erstmals interne versichertenbezogene Datensätze analysieren, Forschungsaktivitäten ausbauen und schließlich sogar selbst in erweitertem Maße in Innovationen und Innovatoren investieren. Seine zentrale Frage lautete: Steht der Patientennutzen bei all diesen neuen Entwicklungen tatsächlich im Fokus? Die Verbesserungen der Versorgung wissenschaftlich zu evaluieren und den Patienten zu überzeugen – das sei eine der herausragenden Aufgaben. Datenschutz und Qualität seien sicherzustellen, digital und analog müssten Hand in Hand arbeiten – und das Silodenken als Barriere für Innovationen müsse beendet werden, forderte Blaschka.

Martin Blaschka


Als deutliche Befürworterin des DVG zeigte sich Nora Blum. Die Gründerin von Selfapy beschrieb den Nutzen, den dieses Start-up im Bereich Psychotherapie bietet – in einem Markt mit insgesamt 17 Mio. psychisch Kranken bei Kosten von 44 Mrd. Euro pro Jahr. Vor dem Hintergrund langer Wartezeiten für Patienten und zu wenigen Leistungsangeboten bei hohem Bedarf vereinfacht diese Lösung – mit geprüften Prozessen – den Zugang zu psychologischer Unterstützung. Mit Selfapy kooperieren 16 Krankenkassen und Versicherungen mit insgesamt rund 15 Mio. Versicherten. Mit nicht kooperierenden Kassen musste bislang im Einzelfall verhandelt werden – dies verbessert sich laut Blum durch das DVG. Dieses Gesetz schaffe einen regulierten Zugang; der Verschreibungsprozess bleibe in konkreter Ausgestaltung noch zu regeln. Wichtig, so Blum: Studien belegen die Vorteile und den Nutzen sowie die Akzeptanz der Lösung.


Nora Blum

Bei dieser Ausgabe des UWS-Herbstforums brachte die Podiumsdiskussion einen regen Fragen-Antworten-Austausch mit den Forumsteilnehmern. Der Nachmittag war der Vorstellung attraktiver Neuigkeiten der Initiative gewidmet. So präsentierte UWS-Softwareentwickler Tobias Stracke den Integrationsserver, der die UWS-Lösungen effizient vernetzt. Mitgliedsunternehmen stellten ihre neuen starken Features vor.


Podiumsdiskussion

„Auch 2019 haben die Zukunftswilligen in der Gesundheits-IT unser UWS-Herbstforum genutzt, um ihre Positionierung und Strategie auf Wirklichkeitstauglichkeit zu prüfen“, fasste Reichardt zusammen. „Die kompetenten Sichten auf den Markt und die Vorteile von Best-of-Breed kamen bei den Vorträgen und beim Networking sehr gut an.“

Veranstaltungshinweis: Den Fortschritt für Best-of-Breed und Cloud präsentiert UWS auch auf der DMEA 2020.



www.unitedwebsolutions.de

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