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Veröffentlicht: 14.01.2020


Translation für digitalisierte Gesundheitsversorgung

Health-IT Talk blickt in die Zukunft von Krankenhaus und Pflege

Translation für eine digitalisierte Gesundheitsversorgung war das Thema des Health IT Talk Berlin-Brandenburg am 13. Januar 2020. Es griff das Spannungsfeld auf zwischen den wachsenden Bedarfen einer alternden Gesellschaft und begrenzten Kapazitäten aufgrund der existierenden Fachkräftesituation. Unterstützung kann von assistierenden Technologien und der Digitalisierung kommen. Die Teilnehmer erhielten einen Blick in die Zukunft von Krankenhaus und Pflege.

Die Pflege steht der Herausforderung eines steigenden Bedarfs nach Versorgung pflegebedürftiger Menschen bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel sowie einer sinkenden Zahl an Versicherten gegenüber. Um dieser Situation zu begegnen, wird seit einigen Jahren für den verstärkten Einsatz von assistierenden Technologien und Digitalisierung zur Unterstützung der Pflege plädiert.

Eine zielgerichtete Digitalisierung der Gesundheitsversorgung besitzt Potential, mit Herausforderungen wie Fachkräftemangel umzugehen und neue Lösungsansätze zu entwickeln. Übergeordnete Ziele des TDG sind der Autonomieerhalt im Alter im eigenen Wohnumfeld – Stichwort Ambient Assisted Living (AAL) sowie die technologische Unterstützung des Versorgungs- Pflegeprozesses.

Das Bündnis „Translationsregion für Digitalisierte Gesundheitsversorgung“ (TDG) will strukturelle Vorrausetzungen schaffen eine nachhaltige Innovationskultur in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft schaffen. Es reicht von der Entstehung innovativer Ideen bis zur Pilotierung und Monetarisierung von Geschäftsmodellen. Es geht dabei um die Rolle eines regional-integrierten Innovations- Katalysators für FuE-Projekte im Bereich Embedded Innovation sowie. für die Entwicklung neuartiger Produkte und Dienstleistungen. Im Blick steht die digitalisierte Gesundheitsversorgung in der demographisch besonders betroffenen Region im Süden Sachsen-Anhalts und im Norden Thüringens.

Menschen und Roboter gemeinsam bei der Pflege

Es gibt eine Vielzahl von robotisierten Assistenzsystemen. Diese können Beschäftigte in der Pflege unterstützen, indem sie diese entlasten oder zusätzliche Arbeiten ausführen. Die Zukunft dieser Unterstützung liegt in kooperativen Mensch-Roboter-Teams, die entlang der spezifischen Fähigkeiten von Menschen und Robotern gemeinsam Pflegetätigkeiten erbringen.


Referent und Projektkoordinator Dr. Karsten Schwarz (DELH – Medizinische Fakultät), Universitätsmedizin Halle (Saale), karsten.schwarz@medizin.uni-halle.de

Dabei soll die arbeitsteilige Kooperation von Menschen und Roboter menschliche und technische Stärken miteinander verbinden. So kann ein Mehrwert in der Leistungserbringung für die Pflegepraxis oder Krankenhausarbeit entstehen. Dazu können Patientenaufklärung, Motivation zu Gymnastik bis zum Einsatz eines Ultraschall-Blasen-Sensors gehören.

Die Geräte werden zunehmend in die breite praktische Anwendung überführt. Echte „Pflegeroboter“ im Sinne von Robotern, die genau wie eine menschliche Pflegekraft arbeiten gibt es (noch) nicht.

Die Roboter wie „Nao“ erlernen ihre Aktions- und Bewegungs-Fähigkeit durch eine grafische Programmiersprache. Die Lücke zwischen Anforderungen in der Praxis und Entwicklung soll sich durch die Ko-Kreation von Informatikern, Entwicklern und Praktikern wie Ärzten und Pflegekräften schließen.


Nao im Dialog mit Dr. Karsten Schwarz.

Berufliche Aus- und Weiterbildung in der Gesundheitsversorgung und Qualifizierung von pflegenden Angehörigen ist eine Schlüsselaufgabe angesichts der Herausforderungen des demografischen Wandels. Im Rahmen des Projekts „FORMAT“ werden multimodale Bildungs- und Weiterbildungsangebote zur Erhaltung der Autonomie im Alter entwickelt. Dabei werden Ängste der medizinischen Fachkräfte gegenüber Automatisierung durch fachliche Aufklärung abgebaut.

Strukturwandel in der Gesundheitsversorgung

Mit dem Projekt wollen die Wissenschaftler und Akteure aus Wirtschaft und Gesellschaft eine Modellregion schaffen, in der neue Technologien von der Idee bis zur Marktreife gebracht werden. Mit im Projekt seien mittlerweile mehr als 70 Akteure, beispielsweise die Kreativwirtschaft, der Hausärzteverband, das Deutsche Rote Kreuz, Fachärzte, ambulante Pflegedienste, Wohnungs- und IT-Unternehmen sowie weitere Bildungsträger, die die vier Kernkompetenzen Pflege, IT, Design und Innovationsmanagement vereinen.



Moderator war Michael Engelhorn, Health IT Talk.

Die TDG wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ gefördert. Dieses Programm soll einen innovationsbasierten Strukturwandel in verschiedenen Bereichen, wie der Gesundheitsversorgung, in den neuen Bundesländern vorantreiben. Hierfür werden rund 150 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Referent und Projektkoordinator Dr. Karsten Schwarz, (DELH – Medizinische Fakultät), Universitätsmedizin Halle (Saale), vermittelte den Health IT Talk-Teilnehmern einen Eindruck für mögliche unterstützende Szenarien in der Zukunft von Pflege und Krankenhaus. Sein Appell: „Wer aktiv und innovativ mitmachen will, ist dazu von TDG herzlich eingeladen.“

www.health-it-talk.de

Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg

Im monatlichen Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg tauschen sich verbands- und fachrichtungsübergreifend Branchenkollegen zur Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft aus (Berufsverband Medizininformatik BVMI, Bundesverband der Krankenhaus IT-Leiterinnen/Leiter e.V KH-IT, Verband der Software-, Informations- und Kommunikations-Industrie in Berlin und Brandenburg e.V. SIBB, TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V.). Durchschnittlich nehmen rund 50 Health-IT Kollegen die Möglichkeit zum Lernen, Diskutieren und Vernetzen wahr. Es ergibt sich ein „interkulturelles“ Networking zwischen Anwendern, Herstellern, Beratern, Politikern, Forschern und Patienten. Über die Jahre hinweg hat sich für die Health-IT eine Signalwirkung für das Bundesgebiet und darüber hinaus entwickelt. Unterstützt durch Non-Profit-Organisationen ist die Reihe zudem frei von wirtschaftlichen Interessen und kostenfrei für die Teilnehmer.



Nächste Termine

10.02.2020

KBV und EPA

Referent: Dr. Bernhard Tenckhoff, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

09.03.2020

Health-IT Talk (März 2020)

06.04.2020

Referent: Christian Klose, Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

11.05.2020

SNOMED CT

von Wolf-Dietrich Lorenz

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