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Veröffentlicht: 24.02.2020


HL7 FHIR – mobile Kommunikation und mehr

KH-IT-Frühjahrstagung „Digitalisierung: mit Standards zur Interoperabilität“

FHIR eröffnet Anwendern und Anbietern im Gesundheitswesen neue Chancen. FHIR-Experting Simone Heckmann, Geschäftsführerin / CEO, Gefyra GmbH, ist Referentin auf der KH-IT-Frühjahrstagung 2020 am 18. und 19.3.2020 im Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ Heidelberg. Sie skizziert als Referentin den Standard „FHIR“® (Fast Healthcare Interoperability Resources wurde von Health Level Seven International (HL7). Der Standard unterstützt den Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen. Er vereinigt die Vorteile der etablierten HL7-Standard-Produktlinien Version 2, Version 3 und CDA mit jenen aktueller Web-Standards und legt einen starken Fokus auf eine einfache Implementierbarkeit. Hier ein kurzer Blick von FHIR-Expertin Heckmann auf das Thema.


HL7® FHIR® in Deutschland: Wer nutzt es, wem nutzt es? Simone Heckmann, Leiterin des TC für FHIR HL7 Deutschland e. V., CEO Gefyra GmbH

Wie weit sind Krankenhäuser und Industrie mit dem Thema vertraut?

Simone Heckmann: Das Interesse an FHIR ist derzeit enorm. Als Anbieter von FHIR-Schulungen spüren wir bei Gefyra seit einigen Monaten einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage.

Wir sehen derzeit zweierlei Ursachen: Einerseits nimmt die Anzahl der Szenarien, in denen Hersteller FHIR-Schnittstellen in einem bestimmten Zeitraum umsetzen müssen zu. Hier sei zum Beispiel die KBV-Spezifikationen zur Archiv-und Wechselschnittstelle genannt.

Andererseits erkennen Hersteller aber auch den Nutzen von FHIR zu rein internen Zwecken. Zunehmend tritt FHIR anstelle von proprietären REST-Schnittstellen, wenn Hersteller zum Beispiel eigene Webapplikationen oder mobile Apps an ihre Back-End Infrastruktur anbinden wollen. Sehr häufig hören wir den Satz "das hätten wir vor zwei Jahren wissen sollen" wenn wir FHIR in Software-Unternehmen vorstellen. Die Entscheidnung, bereits implementierte, proprietäre Schnittstellen durch FHIR abzulösen, bringt mittelfristig zwar großen Nutzen, weil man mit den vordefinierten, wiederverwendbare Komponenten, die FHIR bietet, schneller enwickeln kann, aber die Ablösung bereits etablierter Lösungen kostet kurzfristig zunächst Zeit und Geld. Diese Umstellung in die Roadmap einzutakten, dauert daher einige Zeit.

In beiden Fällen, dringt FHIR derzeit aber noch nicht spürbar zum Anwender durch. Bisher ist der Kreis der Krankenhäuser, die sich intensiv mit dem Thema befassen auf die Universitätskliniken begrenzt, die FHIR im Rahmen der MI-Initiative für die Bereitstellung von klinischen Daten für die Forschung nutzen.

Doch das wird sich im Laufe des Jahres, wenn Cerner und SAP erste Produkte mit FHIR-Schnittstellen ausrollen, sicherlich ändern.

Was wollen Sie den Tagungstilnehmern aus Krankenhäusern auf der KH-IT-Frühjahrstagung vor allem mitgeben?

Simone Heckmann: Mir ist es wichtig, dass die Krankenhäuser FHIR als eine Chance sehen, aktuelle Probleme und Herausforderungen wie z.B. Vendor-Lock-In, Patienten-Teilhabe und integration mobiler Anwendungen anzugehen und nicht nur als "schon wieder ein neuer Standard" abtun.

www.kh-it.de

Aus der Praxis für die Praxis

Der Bundesverband der Krankenhaus IT-Leiterinnen/Leiter KH-IT veranstaltet jährlich zwei Tagungen für seine Mitglieder, eine Frühjahrstagung und eine Herbsttagung. Das Motto der Konzepte, Projekte und Lösungen lautet dabei: Aus der Praxis für die Praxis. Zweck des Bundesverbandes ist, den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedern zu fördern, die Informationssammlung, die Interessenvertretung und die Empfehlungen für das Gebiet der Informationsverarbeitung im Krankenhaus zu erarbeiten.

www.kh-it.de



Referenten und Themen

Zukunft KIS: von Dokumentensilos zu Plattformen für strukturierte Datennutzung

Dr. med. Peter Gocke, Chief Digital Officer (CDO)

Leiter Stabsstelle “Digitale Transformation”, Charité Universitätsmedizin Berlin

Interoperabilität gestalten

Prof. Dr. Martin Staemmler, Medizininformatik, Hochschule Stralsund

HL7® FHIR® in Deutschland: Wer nutzt es, wem nutzt es?

Simone Heckmann, Leiterin des TC für FHIR HL7 Deutschland e. V., CEO Gefyra GmbH

Neue Wege für den Datenaustausch mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

Esther Amenda-Zweiböhmer, Leitung Elektronischer Datenaustausch, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V.

ICD - neue Klassifikationen sowie deren terminologische Basis

Angelika Händel, Vorstandsmitglied DVMD

KH-IT-News aus der Verbandsarbeit

Werner Bachmann, Lars Forchheim, Thorsten Schütz

Digitalisierung am Universitätsklinikum Heidelberg - Infrastruktur, Patientenakte, Vernetzung, Forschungsunterstützung

Oliver Reinhard, Leiter ZIM, Dr. Oliver Heinze, Komm. Direktor Abteilung MIS

Das Digitale Gesundheitsnetzwerk der AOK

Michael Noll, Projektleiter DiGeN,
AOK Baden-Württemberg

Die elektronische Patientenakte nach §291a SGB V: Konzept, Demo und Einbindung im Krankenhausumfeld

Charly Bunar, Produktmanagement, gematik GmbH

Erfahrungen aus ELGA Projekten - Interoperabilität bedeutet proaktives Mitgestalten und Umdenken in Prozessen

Rainer Lindemaier, Aachener Medizin Systemberatung GmbH

Podiumsdiskussion „Quo vadis Akten?“

Moderation: Wolf-Dietrich Lorenz, Chefredaktion, Krankenhaus IT-Journal

Skalierbarer IT-Service für das KfH: TI-Anschluss von 220 Dialysezentren und Praxen

Martin Overath, Geschäftsleitung Medizinischer Arbeitsplatz, Knowledgepark GmbH

Die CGM-eHealth-Konnektorfarm – ein Praxisbericht

Referent N.N.

Ausblick auf die Herbsttagung 2020

Tagungsort: Universitätsklinikum Münster

Prof. Dr. Anke Simon, Lars Forchheim, KH-IT e.V.

Die Agendaverantwortlichen sind Prof. Dr. Martin Staemmler (wissenschaftlicher Beirat KH-IT) und Reimar Engelhardt (stellvertretender Vorsitzender KH-IT) sowie Günter Gartner (Tagungsmanagement KH-IT) (staemmler@kh-it.de; engelhardt@kh-it.de; gartner@kh-it.de).


von Wolf-Dietrich Lorenz



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