Führungskräfte-Meeting 2008 in Heiligendamm

Datum 18.02.2008 12:00:57 | Thema: News/Newsarchiv




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Konzepte, Kardinalfehler

und Lösungen


Führungskräfte-Meeting 2008 in Heiligendamm




Man war wieder unter sich: Führungskräfte aus Krankenhaus und Industrie diskutierten beim 4. Führungskräfte-Meeting „I+K im Krankenhauswesen“ auf Augenhöhe Stand und Trends der Healthcare-IT. Digitale Dokumentenarchivierung und Zertifizierung, Vernetzung im Gesundheitswesen, Pflege und IT, weiterhin Mobile Computing sowie Serverkonsolidierung und Speichervirtualisierung waren Kernthemen des ausgebuchten Events.

„In Kliniken herrscht bei medizinisch-pflegerischem Personal oft große Unzufriedenheit über die IT“, muss Prof. Dr. Wolfgang Riedel nach wie vor feststellen. „Oft ist der Servicegedanke bei IT-Abteilungen nicht ausgeprägt genug, IT-Abteilungen sind zu technikverliebt, die Hardware rangiert nicht dann selten vor dem Menschen und die Geschäftsleitung erkennt meist nicht die strategische Bedeutung von IT.“ Wie der Institutsleiter für Krankenhauswesen Braunschweig beobachtet, sind die IT-Abteilungen hoffnungslos unterbesetzt und überlastet. Die Personalsituation Krankenhaus und vor allem in der KH IT-Industrie nimmt dramatische Züge an. „Die Enge des Personalmarktes wird ein Problem“, mahnte Riedel.



Prof. Dr. Wolfgang Riedel, IfK Institut für Krankenhauswesen: „Vermeiden Sie den Kardinalfehler, neben papierbasierten Workflows softwarebasierte Lösungen zu installieren. Das bringt Doppelarbeit für Ärzte und Pflegepersonal.“

Dennoch brummt es im Markt, etwa bei PACS. Gefragt ist die „4. Generation“. Sie zeichnet sich durch großer Online-Speicher, disk-to-disk-Archive,Verbundlösungen und Telematikanbindung aus. Zwar mangelt es an aktuellen verlässlichen Erhebungen und Marktzahlen schwanken, doch offenbar haben weniger Krankenhäuser ein PACS als angenommen. „Jedes zweite“, schätzt Prof. Riedel. Die Zunahme soll um 15 % in den vergangenen zwei Jahren betragen haben, wie eine Untersuchung der Fachhochschule Osnabrück misst. Dabei bleibt unklar, was als PACS zählt.
Als ein weiteres Topic sieht Prof. Riedel Digitale Dokumentenarchivierung mit Einstieg in die rechtssichre Langzeitarchivierung. „Digitale Dokumentenarchivierung und schlanke papierbasierte Prozesse in Kliniken werden ein Schlüsselthema der nächsten Jahre.“ Soll auf Papierakten verzichtete werden, gehören zu Voraussetzungen elektronische Signaturen, eine zertifizierte Softwarelösung und ein zertifiziertes Verfahren. Hierbei ist vor allem zu klären, welche Dokumente digitalisiert werden sollen. Außerdem sind die Art des Zertifikats und der Dienstleister festzulegen.

Wie eine Zertifizierung des Betriebes von digitalen Archivlösungen in Kliniken vor sich gehen kann, illustrierte Joachim Faulhaber vom TÜV-IT Nord aus Essen. „Erhöhen Sie Vertrauenswürdigkeit und Stellenwertes Ihres Unternehmens auf dem Markt“, meinte Faulhaber in eigener Sache.



Joachim Faulhaber vom TÜV-IT Nord aus Essen; „Erhöhen Sie Vertrauenswürdigkeit und Stellenwertes Ihres Unternehmens auf dem Markt.“

Zwar habe ein digitales Dokument mit elektronischer Signatur Beweiskraft, doch analoge und digitale „Mischformen“ bereiten Probleme. Hier bieten selbst die Verfahrensweisen der rechtssicheren Archivierung noch keine völlige Rechtssicherheit. Vielmehr gelten im Zweifelsfall die freie Beweiswürdigung durch jeden einzelnen Richter.

Pflege bei elektronischer Gesundheitskarte nicht existent

Bisher eher im Schatten von IT, Telematik und elektronischer Gesundheitskarte (eGK) steht die „Pflege“. Prof. Riedel widmete diesem Thema einen besonderen Schwerpunkt. „Die Einführung der eGK für 80 Millionen Versicherte in Deutschland ist politischer Beschluss“, postulierte Andreas Westerfellhaus.

Andreas Westerfellhaus, Vizepräsident des Deutschen Pflegerates e.V.: „Bei der elektronischen Gesundheitskarte ist eine Zugangsregelung für die Pflegeberufe nicht vorgesehen.“

„Ein Gutachten der Braunschweiger Professorin Hübner für den DPR machte klar, dass eine Zugangsregelung für die Pflegeberufe nicht vorgesehen ist.“ Der gelernte Pfleger und jetzige Vizepräsident des Deutschen Pflegerates e.V. führte aus, wie ein elektronisches Gesundheitsberuferegister (eGBR) eine Chance für Pflegeberufe im Zusammenhang mit HBA und eGK darstellen kann. Denn bis heute fehlt eine zentrale Erfassung und Kontrolle der Berufsgruppe. Immerhin handelt es sich bei diesen Gesundheitsberufen um bis zu geschätzte  2,7 Millionen Beschäftigte, davon in der ambulanten Versorgung 1,7 Millionen, lt. Statistischen  Bundesamtes. „Zentrale Erfassung ist die Grundvoraussetzung zur Ausgabe eines Heilberufe- bzw. Berufeausweises und stellt somit die Zugangsmöglichkeit zu Patientendaten der eGK dar“, betonte Andreas Westerfellhaus. Zurzeit werden die organisatorischen Rahmenbedingungen entwickelt, um einen Staatsvertrag mit 16 Ländern zur Gründung eines eGBR vorzubereiten. Denn, so der Vizepräsident des Deutschen Pflegerates: „Die Etablierung eines elektronischen Gesundheitsberuferegisters (eGBR) auf nationaler Ebene sowie die Ausgabe eines HBA an die (nicht verkammerten) Gesundheitsberufe stellt die Grundlage der Funktionalität der ecard im Gesundheitswesen dar.“

Eine standardisierte Pflegeterminologie (Klassifikation) und die Auswirkungen auf IT-Prozesse ist für „Pflege“ ein Kernpunkt, den Dr. Pia Wietek beleuchtete. Die „gemeinsame Sprache“ fördere die Eindeutigkeit der Kommunikation unter den professionell Pflegenden zum Wohl des Patienten. In der gesundheitsökonomischen Diskussion wird Transparenz gefordert, um Wirtschaftlichkeit zu erreichen.



Dr. Pia Wieteck, Leiterin des ENP Research & Development-Entwicklerteams: „Vorhandene Strukturen der derzeitigen Software-Produkte sind in der Regel mit einigen Ausnahmen nicht ausreichend, um die Klassifikationen abbilden zu können.“

Allerdings werden international noch rund 40 Pflegeklassifikationssysteme diskutiert. „Bei der Entwicklung der ENP-Pflegefachsprache liegt der Fokus stark auf der Praxisanwendung“, so die Leiterin des ENP Research & Development-Entwicklerteams über die eigen entwickelte, wissenschaftlich fundierte Pflegefachsprache.
Für den Praxiseinsatz ist die Gestaltung der Pflegeklassifikation in Software nötig. „Zu den Voraussetzungen gehören vor allem die saubere Definition der Schnittstellen und Integration des Expertensystems durch Aufruf im KIS“, forderte Pia Wietek. Sichergestellt muss außerdem die durchgängige Verwendung der Klassifikationsschlüssel in allen Prozessdokumenten sein, ein sicheres Versionsmanagement und Beachtung der Lizenzrechte. „Vorhandene Strukturen der derzeitigen Software-Produkte sind in der Regel mit einigen Ausnahmen nicht ausreichend, um die Klassifikationen abbilden zu können“, kritisierte sie.
  

Klaus Harsing (links) und Dr. Jürgen Deitmers (atacama Software GmbH) warfen einen Blick in die DV-gestützte Pflegeprozessplanung des Diakonie-Krankenhauses Harz.



Einen Blick in die DV-gestützte Pflegeprozessplanung des Diakonie-Krankenhauses Harz warfen Klaus Harsing und Dr. Jürgen Deitmers (atacama Software GmbH). Vorteile zeichnen sich ab für für Mitarbeiter (qualifikationsbezogene Rechtevergabe und eindeutige Zuordnung), bei systembezogenen Aspekten (bessere Verfügbarkeit, Einbindung in die elektronische Patientenakte und ins KIS) sowie pflegeprozessbezogenen Punkten (lückenlose Dokumentation, eindeutige Formulierungen) bis hin zu Management (Personalplanungsinstrument, Verbesserung der Planung der Abläufe) und Wirtschaftlichkeit (Einsparung von Papier, Erlössteigerung).

Geschäftsführer und Mediziner: IT ist Werkzeug, kein Selbstzweck

Gerade der Dialog zwischen den verschiedenen Parteien im Krankenhaus machte einen spannenden Part der Veranstaltung aus. Wenn Geschäftsführer und Chefarzt Innere Medizin zusammen die strategische Bedeutung der Krankenhaus-IT schildern, kommen Sicht des Managements und Vorstellungen der Mediziner nicht zu kurz.
Geschäftsführer Frank Horn und Dr. Gabriel Burrows, Chefarzt Innere Medizin eines Hauses der MediClin-Gruppe Waren/Müritz - einem bundesweit tätigen Klinikbetreiber mit rund 8.100 Betten und 7.700 Mitarbeitern -  bewerten IT als ein strategischer Erfolgsfaktor, nicht als Kostentreiber. „IT ist Werkzeug, kein Selbstzweck“, so Mediziner Dr. Burrows.

  

Dr. Gabriel Burrows (links), Chefarzt Innere Medizin eines Hauses der MediClin-Gruppe Waren/Müritz: „IT ist Werkzeug, kein Selbstzweck.“ Geschäftsführer Frank Horn, MediClin-Gruppe Waren/Müritz: „IT hängt direkt am Vorstand.“

Ziele der IT sind: Steigerung der Behandlungsqualität durch klinische Behandlungspfade, Einsatz von Telemedizin und auch Informationsverluste sind bei einem Sektorenübergang zu vermeiden.
Auch Zuweiserbindung strebt MediClin an. Effiziente Abläufe, zeitnahe Verfolgung des Einweiserverhaltens sowie der vernetzten Flächenkommunikation zwischen Arzt und Krankenhaus sind hierbei Faktoren. Zu den Leitaussagen über IT gehört, dass IT eine integrierte, administrative und klinische Gesamtlösung darstellt. Basis ist die Ablösung der Nicht-Standard-Systeme und die konsolidierte, technische Infrastruktur mit einheitlichen, operativen Systemen. Dr. Gabriel Burrows registrierte zunächst ärztliche Skepsis gegen IT. „Meist nur Scheinargumente“, urteilte der Mediziner, „dahinter steckt Angst vor Transparenz.“ Die allerdings stelle jedoch die Grundlage für zielorientierte Steuerung dar. Tatschlich steigen die Kontrollen nach der IT-Einführung. „IT hängt direkt am Vorstand“, stellt Frank Horn als Motivationsverstärker heraus.

Praxis im Detail – Kosten im Blick

Praxis im Detail war ein Motto beim Führungskräfte Meeting. So die Visionäre Thorsten Schütz und Jörg Wübbenhorst mit ihrem Vortrag „Effizienter Healthcare IT: Serverkonsolidierung und Storage-Virtualisierung: ein Zukunftskonzept für Kliniken am Beispiel des Klinikums Itzehoe“. Projekt-Anlass war die drastische Zunahme der PC-Arbeitsplätze. Sie drängte das Klinikum Itzehoe förmlich zur Diskussion über „Hardware versus Virtuell“. Beim Fazit überzeugte nicht zuletzt die Aufrechnung. Der Unterschied vom Hardware-Server zu 5000 Euro zum virtuellen Server mit 1000 Euro summiert sich für Thorsten Schütz bei 20 Geräten zu einer Einsparung von 80.000 Euro.

  

Jörg Wübbenhorst (links) und Thorsten Schütz, IT-Leiter des Klinikums Itzehoe: „Die drastische Zunahme der PC-Arbeitsplätze drängte das Klinikum Itzehoe förmlich zur Diskussion über „Hardware versus Virtuell“.
Räumliche Trennung von Information und Personal, die ständige Änderung der Datenlage durch den Klinikalltag und keine systemseitigen Änderungsmeldungen erzeugen Leidensdruck. Dieser Zustand gehört sicher zu den stärksten Motivatoren für Veränderungen. Wie er zur Visualisierung klinischer Daten führen kann, demonstrierte an einem Beispiel aus einem Schweizer Projekt Guido Burkhardt. Die Lösung war ein Dashboard. Darin sind relevante Daten in einer Ansicht zusammengefasst und stehen automatisch aktualisiert zur Verfügung.



Guido Burkhardt, IT-Leiter Kantonsspital Baden:
"Die Lösung war ein Dashboard."


Die Dashboard Engine kann beliebig verfügbare Datenquellen mit beliebig kombinierbaren Daten durch verschiedene Technologien visualisieren, etwa Monitor, Fernseher SMS oder auch die Website.

Intelligente Arbeitsteilung durch Anwendungen aus der Industrie

Aktuelle Positionen und Produktstrategien im Gesundheitswesen bestimmten einen Teil der Vorträge. So stellte Torsten Kreis die Vision von SAP vor: „Intelligente Arbeitsteilung über alle Bereiche und proaktives Gesundheitsmanagement“. Dabei führt der Weg von der Integrations- zur Geschäftsplattform. 



Torsten Kreis, Leiter Channel- und Partnermanagement Public Services, SAP:
„SOA bietet Vorteile, doch  noch besteht Nachholbedarf im Krankenhaus bei Verständnis und Akzeptanz.“

Kein einfaches Unterfangen, wie der Leiter Channel- und Partnermanagement Public Services bescheinigte, denn es bestehe Nachholbedarf im Krankenhaus bei Verständnis und Akzeptanz zum Thema Enterprise SOA „E SOA“. Allerdings kann SOA in der Praxis Vorteile bieten, etwa bei der KV-Anbindung durch geringen Entwicklungsaufwand oder durch Integration von klinischen Abteilungs- und Spezialsystemen mit höherer Schnittstellenqualität und einheitlicher Benutzeroberfläche.

Vernetzung im Gesundheitswesen zählt für Hubert Haag mit 300 Mitarbeitern und 3000 Kunden in Europa zur Kernaufgabe. Der Geschäftsbereichsleiter T-Systems Healthcare der T-Systems Business und Services GmbH stellte dar, wie T-Systems das Netz für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in Deutschland aufbaut, nachdem T-Systems hat zwei europaweite Ausschreibungen der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) gewonnen hatte.



Hubert Haag, Geschäftsbereichsleiter T-Systems Healthcare der T-Systems Business und Services GmbH: „Entwicklungen der Healthcare-IT geschehen oft nicht ohne Vorgängermodelle. Anwendungen aus der Industrie werden im Krankenhaus implantiert.“

„Mit dem zentralen Netz für das digitale Gesundheitssystem will T-Systems alle Teilnehmer im Gesundheitswesen über ein MPLS-Backbone verbinden“, erläuterte Hubert Haag, Geschäftsbereichsleiter T-Systems Healthcare. Die MPLS-Technologie ermögliche es, Sprache und multimediale Daten über ein gemeinsames Netz zu übertragen und dabei „den wichtigsten Daten Vorfahrt zu geben“.
Entwicklungen der Healthcare-IT geschehen oft nicht ohne Vorgängermodelle. „Anwendungen aus der Industrie werden im Krankenhaus implantiert“, meinte Hubert Haag. Um medizinische und klinische Abläufe zu optimieren, ist es notwendig, standardisierte Lösungen zu finden, in denen Kliniken, Krankenhäuser, Arztpraxen und Labore ihre Bilder und Dokumente in einer einheitlichen Form abspeichern. Dazu kooperiert T-Systems mit der Tiani SPIRIT GesmbH. Die Software von Tiani fungiert dabei als zentraler Bestandteil eines Rahmenwerks, in dem alle Beteiligten per Standards HL7 und DICOM Informationen austauschen können.

Internationale Perspektive über Best Practices

Probleme des Gesundheitswesens beschäftigen alle Nationen. So konnte die Healthcare Information and Management Systems Society (HIMSS) entstehen. Sie versteht sich seit über 40 Jahren als die Organisation der Healthcare IT und will für Industrie ebenso sprechen wie für Anwender, referierte Michael Strübin vom HIMMS EMEA Office Brüssel.



Michael Strübin; HIMMS EMEA Office Brüssel: “Die Healthcare Information and Management Systems Society (HIMSS) versteht sich seit über 40 Jahren als die Organisation der Healthcare IT und will für Industrie ebenso sprechen wie für Anwender.“

HIMSS vereinigt derzeit über 20.000 Einzelmitglieder (110 Euro Jahresgebühr) und mehr als 300 Unternehmensmitgliedschaften. Die Organisation verfügt über 40 Millionen US-Dollar an jährlichem Budget. Partner sind die EU und die Weltgesundheitsorganisation.
Ziel ist es, die Qualität der Patientenversorgung zu erhöhen. Dazu dient Wissenstransfer, Konferenzen aber auch distance learning sind Plattformen. Marktanalysen steuern die aktuellen Fakten bei. So sollen nach dem jüngsten HIMMS-Survey in den nächsten Monaten die IT-Budgets steigen. Heutige Trends wie die „Wireless-Technik“ könnten in zwei Jahren für Krankenhäuser übliche Praxis sein.

Die internationale Perspektive über Best Practices im vernetzten Gesundheitswesen griff Dr. Klaus Juffernbruch von Cisco Healthcare auf. Möglichkeiten der Telematikinfrastruktur zur medizinischen Kommunikation zeigt als Beispiel der britische Gesundheitsservice „NHS“.



Dr. Klaus Juffernbruch, Cisco Healthcare: „Internationale Projekten können eine Perspektive für Best Practices im Vernetzten Gesundheitswesen geben.“
Es kann dazu dienen, Konsumenten zu informieren und zu motivieren, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Künftig soll NHS Choices interaktiv verschiedene  Kommunikationskanäle anbieten, personalisierte Informationen bereitstellen sowie dem Patienten mehr Kontrolle geben.
Das nationale dänische Gesundheitsportal gilt als zentrale Anlaufstelle für alle Gesundheitsfragen. Es bietet im Echtbetrieb etwa das elektronische Rezept (inkl. Kontraindikationsprüfung), die elektronische Terminvereinbarung oder auch elektronische  Patientenakten. In Neuseeland bringen rollende Arztpraxen oder OP-Säle medizinisches Expertenwissen an jeden Ort. Telekonsultation in HDTV-Qualität wird derzeit in Schottland erprobt.

Mut, Aufgaben extern zu vergeben

Strategien für ein IT-Konzept bei Krankenhäusern betreffen von Hardware über Software und Vernetzte Strukturen auch Sicherheit und schließlich Kosten-/Nutzen-Betrachtungen. Prof. Riedel warnte vor dem Kardinal-Fehler, neben papierbasierten Workflows softwarebasierte Lösungen zu installieren. „Das bringt Doppelarbeit für Ärzte und Pflegepersonal.“

Outsourcing ist mittlerweile Strategie-Baustein von Krankenhäusern. Es muss nicht immer totales Auslagern an die Industrie bedeuten. Michael Thoss setzt selektives Outsourcing als strategisches Mittel der Krankenhaus-IT ein. „Es ist ein  „Pflegeprozess“ für die IT, die durch „historisch gewachsene“ Entwicklung chronisch krank ist“, pointierte der Leiter Zentrale Dienste Organisation und IT,  DRK Kliniken Berlin.

Michael Thoss, Leiter Zentrale Dienste Organisation und IT, DRK Kliniken Berlin: „Bei Outsourcing und Outtasking bedürfen Prozesse der Klinik (und von Anbieter und Subunternehmern) der Evaluation und Anpassung.“

Der Berliner  Produktivbetrieb läuft seit 18 Monaten teil-outgesourced. „Ein Basisvertrag muss Anpassungen während der Laufzeit vorsehen”, merkt Thoss unter „lessons learned“ und „change requests“ an. „Die Prozesse der Klinik (und von Anbieter und Subunternehmern) bedürfen der Evaluation und Anpassung.“
Praxisnah gab Prof. Riedel den Krankenhäusern mit auf den Weg, ihre IT-Strategien zu überprüfen. Was kann ausgelagert werden? „IT ist ja kein Kerngeschäft.“ Oft fehle indes der Mut, Aufgaben extern zu vergeben. Es kann auch heißen: Was kann gemeinsam mit anderen Krankenhäusern erledigt werden?

Das 5. Führungskräfte-Meeting findet am 26. und 27. 2. 2009 im Seebad Heiligendamm/Ostsee mit maximal 60 Teilnehmern statt. Erste Anmeldungen liegen bereits vor.

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