Health-IT Talk über Veränderungsprozesse und Führung von Menschen

Datum 13.09.2017 10:29:47 | Thema: News/Newsarchiv


Changemanagement im digitalen

Zeitalter


Health-IT-Talk über Veränderungsprozesse und

Führung von Menschen


Vernetztes Denken und Handeln in "lebenden Systemen": Die Teilnehmer beim Health-IT Talk Berlin-Brandenburg im September 2017


Das Management von Veränderungsprozessen und die Führung von Menschen in der Veränderung waren Thema beim Health-IT Talk Berlin-Brandenburg im September 2017. Wie man einen solchen Prozess im digitalen Zeitalter gut vorbereiten kann, was zum Gelingen beiträgt, aber auch wie sich Widerstand und seine Energie im Unternehmen konstruktiv nutzen lässt, vermittelte lebendig und anschaulich Dr. med. Stefan Drauschke von der Berliner NextHealth GmbH.


Gerade im Gesundheitswesen herrscht häufig genug noch ausgeprägtes berufsgruppenspezifisches Denken vor. Daher bekommen die Aspekte berufsgruppenübergreifender Führungskonzepte und eines umfassenden Changemanagements eine immer größere Bedeutung. Was gestern für viele gut funktionierte, zeigt heute Defizite und Wandlungsbedarf. Nicht selten werden Prozesse ohne Rücksicht auf Berufsgruppen übergreifend neu definiert und einzelne Disziplinen in Zentren interdisziplinär restrukturiert. Macht- sowie Marktverhältnisse formen sich neu, denn erfolgreiche Krankenhäuser unterziehen sich einem Wandlungsprozess unabhängig von der Art des Trägers.
Digitalisierung und disruptive Geschäftsentwicklung sind dabei beliebte Gesprächsthemen wie agile Führung 4.0. Das alles hat ebenso wie der Umgang mit unterschiedlichen Generationen im Unternehmen oder die „einfache“ Einführung einer neuen Soft- oder Hardware mit Veränderung zu tun, die sich nicht selten als ausgewachsener „Prozessmusterwechsel“ entpuppt.




Dr. med. Stefan Drauschke, NextHealth GmbH: „Veränderungen können nur erfolgreich sein, wenn das gesamte Haus - Führungskräfte und Mitarbeiter – sie im Wesentlichen mittragen.“


Unterschiede zwischen dem Management von Prozessen und der Führung von Menschen


Damit Menschen mitgehen ist professionelles Changemanagement notwendig. Wie sich ein solcher brisanter Prozess gut vorbereiten lässt, was zum Gelingen beitragen kann und wie mit Hemmschwellen beseitigt werden können sowie wie die Energie von unterschiedlichen Arten von Widerstand im Unternehmen konstruktiv zu nutzen ist, erörterte praxisnah Dr. med. Stefan Drauschke. Der Geschäftsführer der NextHealth GmbH in Berlin steht dafür, Wandel und Entwicklung von Leistungsträgern, Führungskräften und Organisationen aktiv zu begleiten. Eckpunkte sind dabei professionelles, systemisches Coaching, Training und Change-Management auf der Basis einer klaren Strategie.

Den rund 30 Teilnehmern beim Health-IT Talk vermittelte er zahlreiche praktisch erklärte Unterschiede zwischen dem Management von Prozessen und der Führung von Menschen in der Veränderung. Je mehr sich die Technik weiterentwickelt, umso wichtiger sind soziale Kompetenzen und Empathie sowie aktive Beziehungsarbeit.

Man kann Menschen nicht allein durch digitale Medien führen. Letztlich kommt es auf die Beziehung zwischen Führenden und Geführten an, ob gefolgt wird oder nicht. Stefan Drauschke betonte: „Man muss Menschen mögen, kennen und sich individuell aufeinander einstellen, damit Führung und Bindung im Zeitalter der sozialen digitalen und analogen Netzwerke noch funktionieren.“ Zwang und Druck allein haben weitgehend ausgedient, nachdem Mitarbeiter sich ihren Arbeitgeber nicht nur aussuchen, sondern auch vorher über das Netz reichhaltig Insider-Informationen beschaffen können. Dabei bleiben Kontrolle, Nachfragen und Feedback nach wie vor adäquate Führungsinstrumente.

Vernetztes Denken und Handeln in "lebenden Systemen"


Vernetztes Denken und Handeln in "lebenden Systemen" wie dem Krankenhaus wird immer wichtiger, um Komplexität zu reduzieren und als Führungskraft Wirksamkeit zu bewahren oder zu verbessern. Als Merkpunkte für Changemanagement und Führung im Gesundheitswesen nannte er wichtige Schritte für erfolgreiche Veränderung, heraus aus der „Komfortzone“. Das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Veränderung zu schaffen gehört dazu ebenso wie eine klare Vision für das Unternehmen herausarbeiten und entsprechend kommunizieren, weiterhin sichtbare kurzfristige Erfolge planen und herbeiführen und nicht zuletzt erreichte Verbesserungen ausbauen und verankern. Sein Fazit: „Veränderungen können nur erfolgreich sein, wenn das gesamte Haus - Führungskräfte und Mitarbeiter – sie im Wesentlichen mittragen.“

Gastgeber Kanzlei Greenberg Traurig

Dr. Viola Bensinger vom Gastgeber, der Kanzlei Greenberg Traurig Berlin, eröffnete den Health-IT-Talk. Sie leitet in Deutschland das Technologie-Team. Sie berät Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Medien und Healthcare sowie insbesondere Mandanten, die an der Schnittstelle dieser Branchen tätig sind. Das Greenberg-Traurig-Büro mit rund 50 Anwälten und Notariat am Standort Berlin ist verwurzelt in der internationalen Wirtschaft und berät nationale und internationale Mandanten bei ihren bedeutendsten Transaktionen, Rechtsstreitigkeiten und Projekten sowie der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.




Dr. Viola Bensinger vom Gastgeber Kanzlei Greenberg Traurig Berlin und Leiterin des Technologie-Teams in Deutschland begrüßte die Teilnehmer des Health-IT-Talk.


Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg


Im monatlichen Health-IT-Talk Berlin-Brandenburg tauschen sich verbands- und fachrichtungsübergreifend Branchenkollegen zur Digitalisierung der Gesundheitswirtschaft aus. Basierend auf dem Eigenantrieb der drei beteiligten Organisationen (BVMI e.V. – Berufsverband der medizinischen Informatiker, KH-IT e.V. – Verband der Krankenhaus IT-Leiter, SIBB e.V. – Verband der IT- und Internetwirtschaft Berlin/Brandenburg) beschäftigen sich die Akteure mit Themen, die für die Branche interessant sind. Neben dem Fachvortrag und der jeweiligen Diskussion charakterisiert der Netzwerkaustausch am Buffet die regelmäßige Abendveranstaltung. Health-IT Kollegen nutzen die Möglichkeit zum Lernen, Diskutieren und Vernetzen. Es ergibt sich ein „interkultureller“ Austausch zwischen Anwendern, Herstellern, Beratern, Politikern, Forschern und Patienten.


von Wolf-Dietrich Lorenz



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