Health-IT Talk Berlin-Brandenburg am 11. März 2019

Datum 07.03.2019 11:07:21 | Thema: News/Newsarchiv


Die Medizininformatik-Initiative Deutschland des BMBF als Beitrag zur Digitalisierung im Gesundheitswesen ein 1-Year-Update

Die Medizininformatik in Deutschland hat ihre einst führende Rolle in den letzten Jahrzehnten ein Stück weit eingebüßt. Nachwuchsmangel, Abbau von Lehrstühlen, Brain Drain in attraktivere Berufssparten, Defizite in der allen Gesundheitsberufen bezüglich Datenmanagement und Datenanalyse – all dies führte dazu, dass Deutschland auf den explodierenden Bedarf an Fachleuten und Know-how im Rahmen der sich beschleunigenden Digitalisierung im Gesundheitswesen schlecht vorbereitet ist. Zugleich sind auch die Datenbestände in Deutschland so fragmentiert und unzugänglich für übergreifende Datenauswertungen zu Zwecken der medizinischen Forschung und Gesundheitssystementwicklung wie in kaum einem anderen Land Europas.


Beide Mängel adressiert das Forschungskonzept Medizininformatik des Bundesforschungsministeriums (BMBF), das von diesem Ende 2015 veröffentlicht wurde und auf dessen Basis seit Sommer 2016 zunächst in einer sogenannten Konzeptphase wettbewerblich entwickelt und abgestimmt wurden. Seit Januar 2018 bilden stellen sich nun in diesem Rahmen mehrere Konsortien von Universitätsmedizinstandorten (mit diversen nicht-universitären und industriellen Partnern) der Aufgaben, über eine für die ersten vier Jahre mit 150 Mio. Euro geförderte nationale „Medizininformatik-Initiative (MII)“ Datenbestände aus Forschung und Patientenversorgung zu integrieren und bundesweit interoperabel verfügbar zu machen. Zugleich werden neue Professuren und Nachwuchsgruppen eingerichtet, Lehre, Fort- und Weiterbildung im Bereich der Medizininformatik werden gestärkt. Insgesamt erstreckt sich der Förderplan über eine Dekade. Die standort- und konsortienübergreifende bundesweite Zusammenarbeit wird von einem Nationalen Steuerungsgremium und einer Koordinationsstelle im Rahmen eines koordinierenden Begleitprojekts gesteuert. Die Koordination wird von der TMF (Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V.) gemeinsam mit dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) und dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) wahrgenommen. Die TMF knüpft hierbei an diverse Vorarbeiten der letzten 18 Jahre an, u.a. die mit den Aufsichtsbehörden abgestimmten Leitfäden zum Datenschutz in der Medizin, Studien zur Elektronischen Patientenakte für Bund und Länder, Fachgutachten zu Datenbeständen und Rechtsfragen der Datennutzung u.a. für den Deutschen Bundestag.

Nachdem diese Initiative im Rahmen des Health-IT-Talks bereits im Januar 2018 vorgestellt wurde, wollen wir nun das Update nach einem Jahr vorstellen und diskutieren. Hierbei soll auch ein Ausblick gewagt werden auf die im Förderkonzept vorgesehene transsektorale Ausweitung in der nächsten Förderphase sowie auf die Vision der Bundesregierung in ihrer High-Tech-Strategie, bis zum Jahr 2025 auf dieser Basis „forschungskompatible elektronische Patientenakten“ aufbauen zu wollen.

Folgende Fragen sollen aktuell beleuchtet werden:

  • Was ist ein Datenintegrationszentrum?
  • Welche Daten sollen künftig verfügbar sein – und wie werden diese Daten über die Standorte und Konsortien hinweg interoperabel?
  • Welches sind die rechtlichen, insbesondere datenschutzrechtlichen Grundlagen für die Nutzung von Daten aus der Patientenversorgung für die Forschung innerhalb der MII?
  • Welche Impulse setzt die Initiative insgesamt für die Digitalisierung im Gesundheitswesen?
  • Wo steht die Abstimmung der MII mit der E-Health-Governance seitens BMG, Gematik, Selbstverwaltung?

Referenten:
  • Robert Krock, TMF e.V., Projektmanager Begleitprojekt der MII
  • Dr.-Ing. Danny Ammon, Leiter des Datenintegrationszentrums am Universitätsklinikum Jena

Termin: 11. März 2019
Networking: ab 17:30 Uhr
Beginn: 18:00 Uhr

Ort: TMF e.V., Charlottenstraße 42/Ecke Dorotheenstraße (2. OG), 10117 Berlin

Es steht nur eine limitierte Anzahl von Plätzen zur Verfügung!
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