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22.12.2011

RSNA 2011 – Celebrate the Image

Zentrale Trends: Mobilität, 3D und mehr –

Innovation erreicht das mittlere Preissegment

von Michael Reiter



Weltweit der zentrale Treffpunkt für Radiologen, IT-Leiter und auch für Medizinische Informatiker im Bildgebungs-Umfeld: der RSNA-Jahreskongress

Es war erneut eine Veranstaltung der Superlative: Rund 3.000 wissenschaftliche Präsentationen und Poster zeigten auf dem RSNA 2011 die neuesten Erkenntnisse aus der Radiologie; zu mehr als 2.100 Exponaten luden die Bereiche Aus-/Weiterbildung und Informatik ein. Die Fachbesucherzahl blieb mit mehr als 35.000 in einem ähnlichen Rahmen wie im Vorjahr; die Gesamtzahl der Teilnehmer, die u. a. Aussteller einschließt, lag bei über 58.000. Die Industrieausstellung bot eine Schau neuester Modalitäten und IT-Lösungen im Kontext der Radiologie. Die Attraktivität der weltweit größten Veranstaltung in der Radiologie, die alljährlich am Thanksgiving-Wochenende startet, ist somit ungebrochen.

In den Sessions dominierte unter anderem das ewig aktuelle Thema der Risiken durch Dosisexposition – auch im Kontext der Initiative „Image Wisely“, die Radiologen und MTRAs zum überlegten Einsatz strahlungsbasierter Methoden motivieren soll. Als vielversprechender Ansatz für klinische Routine und Forschung stand die quantitative Bildgebung mit Einsatz von Biomarkern ebenso auf der Tagesordnung wie die Hybridbildgebung mit MR/PET und eine Zwischenbilanz zum Brustkrebsscreening. In der Muskel-Skelett-Radiologie stand die Differenzierung der Verwendungsmöglichkeiten von Ultraschall und MR zur Diskussion; ein Vergleich zwischen Ultraschall und CT kam im Kontext des Schilddrüsenkarzinoms zur Sprache, und große Aufmerksamkeit fanden auch die Anwendungsoptionen von quantitativem Ultraschall und MR.

Fortschritte in Forschung und Praxis … aber mit Budgetgrenzen

Wenn auf der Report-Titelseite des Congressional Budget Office ein CT erscheint, so ist das kein gutes Zeichen – das unterstrich Kongresspräsident Burton P. Drayer, M.D.: Der wirtschaftliche Rahmen für die klinische Routine wird enger, Effektivität wird zunehmend eingefordert. Nichtsdestotrotz gab sich der Professor für Radiologie am New Yorker Mount Sinai Medical Center in seiner Eröffnungsrede äußerst optimistisch. Gemeinsam mit Medizinern aus anderen Disziplinen und Physikern haben es Radiologen geschafft, immer besser, schneller und sicherer diagnostische Bilder zu generieren … unter die relevanten Kooperationspartner im Zeichen des Fortschritts sind natürlich auch die Informatiker zu zählen. Bedeutet der Einsatz von CTs in 14 Prozent der Notfall-Patientenaufnahmen ein Zuviel an Geräteeinsatz? Vielleicht ist dieses Vorgehen ganz einfach gute klinische Praxis, meinte Dr. Drayer. Allerdings stellt die Reduktion der Dosis weiterhin eine wichtige Herausforderung dar; neue Herangehensweisen bei Bildakquisition und Bildbearbeitung sowie die Dosisregistrierung sollen hier Fortschritte bringen.



Kongresspräsident Burton P. Drayer, M.D.: „Die großen Herausforderungen, vor denen unsere Disziplin steht, lassen uns mitunter die herausragenden Fortschritte vergessen, die die Radiologie in den vergangenen 40 Jahren geleistet hat, und die unserem Gebiet eine privilegierte, zentrale Rolle in der Patientenversorgung und in der Forschung zukommen lässt.“

Der, demographisch bedingt, künftig weiter wachsende Bedarf im Bereich der bildgebenden Diagnostik lässt sich kostenmäßig nur durch Ansätze wie etwa optimierte Bildgebung, präzise Bild-Phänotypisierung, Früherkennung, Statistik-basierte Vorhersagemodelle und Biomarker-induzierte Therapiekontrolle in den Griff bekommen.

Molekulare/mechanistische Bildgebung in der Neuroradiologie

Krankheitsbedingte Veränderungen in den Zellfunktionen – die Kombination von MR und PET erlaubt die Analyse solcher pathophysiologischen Vorgänge. Zum Einsatz kommt die Modalitätenkombination häufig auf dem Gebiet der Neuroradiologie, zunehmend jedoch auch in Kardiologie und Onkologie, erläuterte der „New Horizons“-Redner A. Gregory Sorensen, M.A., M.D. Neben der Präzisierung der Diagnostik in Fällen des klinischen Alltags führt die Kombinationsmethode ferner zu neuen Erkenntnissen in der Forschung, etwa hinsichtlich der Bildung von Blutkörperchen in Tumoren und deren Wachstum, sagte der Experte, der seit diesem Jahr auch die Position des CEO Siemens North America einnimmt.

Beispiel Alzheimer

Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer gehören insbesondere durch den demographischen Wandel zu den großen Herausforderungen der Medizin. „Die größten Fortschritte sind hierbei im vergangenen Jahrzehnt in der Bildgebung erzielt worden“, betonte in Chicago Jeffrey R. Petrella, M.D., Associate Professor und Radiologe an der renommierten Duke University in North Carolina/USA. Während bislang erst eine Autopsie die Diagnose ermöglichte, so der RSNA-Hauptredner auf dem Gebiet der diagnostischen Radiologie, lässt sich die Krankheit bei Vorhandensein von Symptomen inzwischen mithilfe von Biomarkern eindeutig beim lebenden Patienten feststellen. PET, MR bzw. die Präsenz von Proteinen im Rückenmark liefern hier die relevanten Hinweise.

Schon Jahre vor dem Erscheinen von Symptomen ist die Alzheimer-Pathologie in Patienten präsent – soviel ist heute bekannt, fuhr der Experte fort. Eine frühzeitige Erkennung, die einen raschen Therapiebeginn zur Verminderung der Symptomatik ermöglicht, lässt sich durch die Kombination der neuen Neuro-Biomarker mit automatisierten, hoch reproduzierbaren Methoden der volumetrischen Bildgebung, etwa für das Nervenwachstum mit einer Modalität; in wenig umfangreich angelegten ersten Studien lassen sich die plausiblen Ansätze selektieren, mit denen man dann in die kostspieligen Langzeitstudien geht. – Mit demselben Ziel, strukturelle und funktionale Veränderungen frühzeitig zu identifizieren und durch Lebensstiländerungen und Medikamentengaben das Auftreten von Symptomen hinauszuzögern, regte der Radiologe Gary W. Small, M.D., in seinem Vortrag Gehirnuntersuchungen an. – Ergebnisse werden auf diesem Gebiet dringend benötigt, sagte Petrella, um der für ca. 2050 erwarteten weltweiten „Gesundheitskrise“ mit geschätzt 100 Millionen Alzheimer-Betroffenen zu entgegnen.

Preise für Innovation

Die große Aufmerksamkeit, die der RSNA in der Branche mit sich bringt, nutzte man bei Fraunhofer zur Präsentation neuer technologischer Ansätze im Umfeld der Bildgebung. Deutsche Preisträger, offiziell gewürdigt in Chicago – mit der vom BMBF geförderten Initiative „German High Tech Champions“ will man Erfolge deutscher Forschung und Entwicklung international ins Blickfeld rücken und weltweit Partnerschaften unterstützen. 



„German High Tech Champions“ werden im Kontext des RSNA gefeiert (v.l.): Prof. Dr. Frank Duffner, Prof. Dr. Ulrike Wedegärtner, Michael Herbst, Markus Fangerau und Dr. Daniel Sonntag

Andrea Noske, Leiterin der Wissenschaftsabteilung an der deutschen Botschaft in Washington D.C., ehrte die Gewinner: Prof. Dr. med. Frank Duffner, Universitätsklinikum Tübingen, mit „NeuroComrade“, einer Plattform für bildgestützte Neurochirurgie; Prof. Dr. med. Ulrike Wedegärtner, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, mit „EasyTrigger“ zum Triggern der kardiovaskulären fötalen Herzrate in MR; Michael Herbst, Universitätsklinikum Freiburg, mit „X-PACE“ zur Verhinderung bewegungsinduzierter Artefakte durch externes Tracking; Markus Fangerau, Abteilung für Medizinische und Biologische Informatik, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), mit dem mobilen Viewer „MITK pocket“ sowie Dr. Daniel Sonntag, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken, mit „RadSpeech“, einer Lösung zur effizienten bildbasierten Befundung mit Einsatz von Sprache.

Beispiel: mobiler Bildgebungs-Viewer mit Mehrnutzen



 Exklusiv-Interview mit den Preisträgern Ignaz Reicht (l.) und Markus Fangerau

Der medizinische Bildbetrachter MITK pocket für mobile Geräte wie iPad und iPhone geht einen neuen Weg, beschrieb Preisträger Markus Fangerau im Rahmen der Preisverleihung in Chicago. Der Viewer nutzt den „Medical Imaging Interaction“ Toolkit, in dem rund dreißig Personenjahre an Erfahrung aus der Abteilung Medizinische und Biologische Informatik des Heidelberger DKFZ eingeflossen sind. Er kann lokal auf dem Gerät, etwa auf der SD-Karte, sämtliche Bildverarbeitungsroutinen berechnen und benötigt keine zusätzlichen Informationen vom Server. Neben Standardfunktionen wie Annotierung und Messungen von Tumoren und Läsionen unterstützt der Viewer hierdurch Features wie multiplanare Rekonstruktion oder Maximumintensitätsprojektion. – OEM-Partner aus dem PACS-Markt und auch Krankenhäuser als Endkunden sind die Abnehmer, die man in der DKFZ-Abteilung im Auge hat; zurzeit findet in Mannheim ein Betatest statt.

Die Trendthemen der Industrieausstellung

Einer der wichtigsten Trends war an den meisten Ständen sofort zu erkennen: iPads und weitere mobile Geräte waren so gut wie überall zu sehen. Mobilität, aber auch 3D, Teleradiologie und regionale Bildgebungs-Archive, so der Eindruck von den Gesprächen, machen die herausragenden Entwicklungen im Markt aus.

Agfa HealthCare



 Exklusiv-Interview mit Luc Thijs, President, Agfa HealthCare

Der Anbieter sieht sich als europäischer Marktführer für IT im Bildgebungsumfeld – das unterstrich Luc Thijs in Chicago. Die regionale übergreifende Verteilung medizinischer Bilder, die Integration sämtlicher klinischen Abteilungen beim Bildmanagement und die automatische Einspeisung dieser Informationen in elektronische Patientenakten betrachtet der Agfa HealthCare-Präsident als die anstehenden Herausforderungen für die Branche.



Eine äußerst gute Entwicklung in der Region DACH: Winfried Post (l.) und Michael Strüter, Agfa HealthCare. Mehr Informationen zu diesem Anbieter und Links zu den Video-Interviews finden Sie hier

In der DACH-Region hat sich das Unternehmen äußerst gut entwickelt, erläuterte Winfried Post, General Manager und Geschäftführer, Agfa HealthCare DACH. Neue Aufträge und die Umstellung der Oberfläche auf NICE haben dazu geführt, dass man das Personal in den Bereichen Support, Service und Projektleitung ausbaute. Eine homogene KIS-Plattform, eine einzige ORBIS-Version ist in den mehr als 800 Kunden-Häusern implementiert. Die Archivlösung HYDmedia G5 ist 40-50 mal ausgerollt, und rund 450 Kunden arbeiten mit einem RIS und/oder PACS des Anbieters. Agfa Managed Services, outgesourcte Dienstleistungen, werden ebenso gut angenommen  … zahlreiche Gründe für die Zufriedenheit, die der DACH-Geschäftsführer in Chicago zeigte.

Barco




 Neue Display-Lösungen, Kalibrierung für mobile Geräte, digital vernetzter OP - das waren die Trendthemen bei Barco. Exklusiv-Interview mit Lynda Domogalla, Vice President of Product Marketing, und Johan Stockman, Market Director, Medical Imaging Division

Als Neuigkeit präsentierte Lynda Domogalla, Vice President of Product Marketing, auf dem RSNA MammoTomoSynthesis 5MP, eine Display-Lösung für die digitale Brust-Tomosynthese. Das RapidFrame-Feature ermöglicht es, Bewegtbilder ohne Verzerrungen zu betrachten. „Iluminate“ erhöht die Luminanz bis zu 2.000 Candela, wodurch mehr Details sichtbar werden. – Neu sind u. a. auch das Coronis Fusion 4MP Farbdisplay und ein 10 MP-Graustufen-Monitor. Für Mediziner, die Bilder auf mobilen Geräten anzeigen möchten, bietet Barco jetzt ein Tool zur Kalibration: eine angepasste Version der Softwarelösung QAWeb erlaubt das Qualitätsmanagement für iPad & Co. mit verschiedenen Kalibrierungsphasen. Die FDA hat hierfür eine Master File Clearance erteilt.

Nexxis, Barcos Lösung für das IP-Streaming digitaler Bilder im Kontext OP, wurde in Chicago sehr positiv aufgenommen, beschrieb Johan Stockman, Director, Medical Imaging Division.

Fuji



 Ausgeklügelte Algorithmen für 3D, 3D-Mamma-Stereoskopie und AutoDetect-Technologie für Flat Panel-Detektoren: Fujifilm. Exklusiv-Interview mit Dr. Thomas Berger, General Manager, Medical Division, Fujifilm Europe

An diesem Stand stellte man auf dem RSNA die Synapse 3D-Suite vor. Sie verwendet Algorithmen aus der Fotografie. Gesichtserkennungsroutinen dienen dazu, Unterschiede im Gewebe präzise herauszurechnen, sagte Dr. Thomas Berger. Dies resultiert in einem schnelleren, genaueren Rendering bei der 3D-Rekonstruktion mit deutlich weniger Aufwand für die Nacharbeitung, betonte der General Manager, Medical Division, Fujifilm Europe. – Erste Studienergebnisse zur 3D-Mamma-Stereoskopie präsentierte ferner das Unternehmen in Chicago: Die Recall-Rate ließ sich um 47 Prozent senken. Die „Divo“ Flat Panel-Detektoren erlauben dank AutoDetect-Technologie eine Ansteuerung des Detektors ohne physikalische Anbindung an den Röntgengenerator. Durch das Abgreifen der Strahlung an der Detektor-Oberseite bevor eine Streuung einsetzt – eine punktgenaue Abbildung wird möglich.

Infinitt



Einheitliche PACS-Anwenderoberfläche, Integration aller Komponenten, Schnelligkeit und Stabilität: Lars Thurar, Infinitt. - Mehr Informationen zu diesem Anbieter und Links zu den Video-Interviews finden Sie hier

Über 80 Kunden hat Infinitt Europe seit dem Start 2009 gewonnen, fasste Lars Thursar zusammen – zuzüglich der italienischen Kunden, die von NoemaLife betreut werden. Die zugkräftigen Stärken des PACS und der 3D-Module liegen, so der CEO, Infinitt Europe, weiter, in der einheitlichen Anwenderoberfläche, in der Integration aller Komponenten, Schnelligkeit und Stabilität. Die Nutzung von Bildern auf mobilen Endgeräten liegt im Trend, Lösungen hierfür werden nachgefragt. Wissenschaftliche Kooperationen betreibt der Anbieter inzwischen auch in Europa; ein Projekt zum Dose Reporting startet 2012.

Einfache, intuitive Handhabung ohne Schulungsbedarf spielt eine zentrale Rolle für die Lösungen des Anbieters, erläuterte Christopher Bird. Der UltraLight Viewer macht die Visualisierung von Bildern unabhängig vom genutzten Gerät und Softwareplattform. Mit der aktuellen Meaningful Use-Zertifizierung nach einer Reihe von Kriterien will Infinitt Kunden und Partner in einem Umfeld unterstützen, in dem Kosteneffizienz und Nutzengarantien verstärkt eine Rolle spielen, fügte der Product Support Representative, Infinitt North America, hinzu.

Philips



 Eine neue Architektur unterstützt die Ausweitung der PACS-Anwendung in die klinischen Abteilungen: Philips-Stand in Chicago. Exklusiv-Interview mit
Scott Burkhart, VP Marketing, Healthcare Informatics GSSNA


Klinikweites PACS war ein Hauptthema auf dem Stand dieses Unternehmens. die Grundlage; Installation, Updates, Wartung und viele weitere Aufgaben übernimmt Philips im Rahmen eines Service-Modells, beschrieb Scott Burkhart … Die völlig neue Architektur von IntelliSpace 4.4. unterstützt die Ausweitung der PACS-Anwendung in die klinischen Abteilungen außerhalb der Radiologie. Vorteile für den Anwender liegen im schnelleren, kostengünstigeren Prozessen und einem besseren Überblick über die Informationen zum Patienten für alle Beteiligten in der Behandlungskette, ohne dass sie ihr elektronisches Arbeitssystem wechseln müssen. Digitale Pathologie, für nächstes Jahr im Angebot bei Philips, wird Teil dieses vorteilhaften Ansatzes, sagte Burkhart.

Sectra




 Die Grenzen der Radiologie-Abteilung überschreiten und Kunden zur Effizienz verhelfen: Sectra. Exklusiv-Interviews mit Kai de Fries, Geschäftsführer DACH, und Dr. Torbjörn Kronander, President Sectra Medical Systems

Auf dem RSNA präsentierte sich Sectra „global als einer der Top drei Player“. PACS und mehr – das ist die große Entwicklung im Markt, betonte Kai de Fries. Der neue Geschäftsführer DACH von Sectra versteht darunter, dass, seit Jahren, PACS-Lösungen die Grenzen der Radiologie-Abteilungen überschreiten und zu Krankenhaus-Projekten werden. Mit modernen Angeboten antwortet das Unternehmen auf diese Anforderungen. Den Kunden zu Effizienz verhelfen – das ist ein primäres Ziel. Als hoch solide und stabil sowie zugleich innovationsorientiert sieht Dr. Torbjörn Kronander, President Sectra Medical Systems, sein Unternehmen; stolz präsentierte er in Chicago die entsprechende aktuelle Meldung, dass ein World Championship-Award von Intel und HP den Anbieter für höchste Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit bei PACS-Lösungen auszeichnet.

Siemens



 Mehr klinische Intelligenz in Geräte, unter herausragender Einbindung der Medizinischen Informatik: Prof. Dr. Hermann Requardt, CEO Sektor Healthcare, Siemens

Mit der „Agenda 2013“ hat der Healthcare-Sektor von Siemens Maßnahmenpakete definiert, die eine weitere Steigerung seiner Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit zum Ziel haben, fasste Prof. Dr. Hermann Requardt zusammen. Die Maßnahmen in den vier Handlungsfeldern Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, regionale Präsenz und Personalentwicklung werden im Rahmen einer weltweiten Initiative in den kommenden beiden Jahren umgesetzt. Mehr klinische Intelligenz in Geräte zu integrieren, die bezahlbar sind – so lautet das herausragende Ziel des Anbieters, führte der CEO Sektor Healthcare, Siemens, fort. Dies korreliert zum einen mit dem Wunsch nach Kostenreduktion in den etablierten Märkten und mit einem wachsenden Investment in Geräte in den dynamischen aufstrebenden Regionen. „Klinisch notwendig“, nicht „technisch machbar“ lautet das Schlüsselkriterium.



Neuerungen bei Modalitäten und IT-Lösungen im Einklang mit der „Agenda 2013“: Siemens auf dem RSNA. Mehr Informationen zu diesem Anbieter und Links zu den Video-Interviews finden Sie hier

Neuerungen bei Modalitäten und Softwarelösungen als Beispiele für die Aktivitäten im Kontext der Initiative stellte Siemens in Chicago vor. Zu ihnen zählt der Biograph mCT ebenso wie Somatom Definition Edge, Somatom Perspective und die Softwarelösungen Syngo.via und Syngo.plaza. – Mehr Informatik und klinisches Wissen als Differenziatoren im Markt – das klingt nach einem nachhaltigen Betätigungsfeld auch für Engagierte auch aus der IT.

Visus




Regionale Archive, Teleradiologie auf Basis des DICOM E-Mail-Standards und Neues bei 3D: Peter Rosiepen, internationaler Vertriebsleiter, Visus. Mehr Informationen zu diesem Anbieter und Links zu den Video-Interviews finden Sie hier

Regionale Archive – das sind Anforderungen, die man zurzeit aus dem südeuropäischen Raum und dem Baltikum an diesen Anbieter heranträgt. Einsparungen bei Archivierungskosten sind hier die herausragenden Beweggründe. Mit dem JiveX Server Sync Manager bietet Visus die passende Lösung für die Archivierung in regionalen Einheiten, aber auch für die Weiterleitung der Daten an die einzelnen Häuser mit entsprechenden Zugriffsberechtigungen, sagte Peter Rosiepen, internationaler Vertriebsleiter. Teleradiologie auf Basis des DICOM E-Mail-Standards, der sich für die Einweiserkommunikation und Second Opinion nutzen lässt, ist einfach einzusetzen und findet in den USA wie in Skandinavien hohe Akzeptanz. Auch bei 3D brachte Visus Neues nach Chicago mit – Tools wie Requantisierung, Segmentierung und Maussynchronisation erleichtern die tägliche Routine des Radiologen signifikant und sind für Präsentationszwecke gut zu verwenden. So lassen sich beispielsweise CT-Studien so synchronisieren, dass man sofort dieselbe Schichtebene erreicht, dass Schichtdicken angeglichen werden und sich so eine Side-by-side-Befundung schnellstmöglich realisieren lässt.

Wer sich mit Bildgebung beschäftigt, wird sich diesen Termin rot im Kalender vormerken: Der 98. RSNA findet vom 25. bis 30. November 2012 statt – see you all in Chicago!


Meaningful Use – von Nutzen auch hierzulande?

Interview mit Emily Crane, KLAS




(Foto: KLAS)

Dieses Konzept, eine Voraussetzung für die Förderung von IT-Investitionen und Hauptthema u. a. auf den Jahreskongressen der HIMSS, ist jetzt auch im Umfeld der Radiologie angekommen; das Thema machte in Chicago die Runde. Welche Rolle spielt es in der Disziplin? Emily Crane leitet beim US-Marktforschungsunternehmen KLAS Studienaktivitäten hierzu.

Welche Auswirkungen hat Meaningful Use in den USA auf die IT im Radiologie-Kontext?

Das ist im Augenblick noch schwer zu beantworten; nur wenige unserer Befragten sind bislang mit ihren Bestrebungen, „Meaningful Use“-Kriterien zu erfüllen, weit vorangekommen. Zurzeit herrscht in der Radiologie allgemeine Unsicherheit darüber, welche Schritte man von den Leistungserbringern fordern wird und wie die Anbieter Unterstützung bei der Erfüllung von Anforderungen leisten können. Die Radiologen, mit denen wir gesprochen haben, haben Schwierigkeiten damit, die gegenwärtigen MU-Anforderungen auf die praktische Radiologie abzubilden.

Wie sehen die Ergebnisse Ihres Marktforschungsprojekts aus?

Sie sind recht eindeutig – die meisten Radiologen fühlen sich betroffen, zum Handeln aufgefordert; wenige unter ihnen betrachten sich jedoch als angemessen informiert. Ein weiteres meiner Ergebnisse ist, dass die meisten Radiologen bereit sind, Veränderungen, Verbesserungen in ihrer Arbeit einzuführen, dass aber die Mehrzahl Schwierigkeiten sehen, die gegenwärtigen, auf Grundversorgung ausgerichteten, MU-Kriterien in ihrer Arbeit anzuwenden. Viele der Anforderungen muss man für eine Verwendung in der Radiologie ziemlich breit interpretieren.

Was kann man in Europa hieraus lernen?

Was jeder hieraus an Botschaften mitnehmen kann, ist, dass es ausschlaggebend ist, sämtliche Abteilungen eines Krankenhauses bei allen Entscheidungen oder Beurteilungskriterien an Bord zu holen, die wiederum das gesamte Haus angehen. Bei der Radiologie handelt es sich um eine Abteilung, die große Auswirkungen auf das ganze Krankenhaus hat.

www.klasresearch.com



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