![]() | Beispiel: Quelle: KH-IT Journal 2/2010 |
| Klinikum Stuttgart und weitere Kliniken in Österreich Bettenzahl: 2300 |
| Einsatz von IHE-Medical Data Exchange Solution von März |
| Gerhard Härdter, Leiter des Servicecenters Informationstechnik, Klinikum Stuttgart Kontakt: |
Einrichtungsübergreifende Mobilität von Patientendaten reduziert Sach- und Prozesskosten

Klinikum Kreuzschwestern, Wels
Bevor die Patienten wandern, wandern heute deren Daten. Dabei ist nicht nur auf den Stationen der schnelle und sichere Zugriff auf die Patientendaten wichtig. Im Kontext der zunehmenden interdisziplinären und intersektoralen Kommunikation gewinnt der Informationsaustausch zwischen Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und niedergelassenen Ärzten mehr und mehr an Bedeutung. Die Vorteile eines reibungslosen und einrichtungsübergreifenden Datenaustausches liegen auf der Hand: Neben deutlichen Prozessverbesserungen bei der Patientenbetreuung bieten sie die Basis für Sach- und Prozesskosteneinsparungen. Der Essener IT-Dienstleister März zeigt mit seinen Lösungen entsprechende Wege auf. Das erkennen auch Kliniken an und haben im Rahmen der Entscheiderfabrik das Projekt „Von der Mikro- zur Makromobilität: Effiziente klinische Prozesse durch Klinik-übergreifenden, standardisierten und patientennahen Informationsaustausch“ zu einem der fünf IT-Schlüsselthemen gewählt.
Was tun gegen die täglichen Kommunikationsprobleme?
Im Bereich der Mikromobilität, also des Datentransfers innerhalb einer Einrichtung, werden digitale mobile Patienten- und Vitaldaten über Mobile Computing-Gesamtlösungen bewegt. Bei der Makromobilität vernetzen sich unterschiedliche Leistungserbringer.
Schwester im Kreuzklinikum Wels
Hier stellen sich oft Probleme der Interoperabilität verschiedener Informationssysteme. Um diese zu lösen, hat die Initiative Integrating the Healthcare Enterprise (IHE)Ablaufbeschreibungen auf Basis existierender Standards für einen reibungslosen Austausch relevanter Informationen über Systemgrenzen hinweg entwickelt. Dabei bringt IHE Anwender und Hersteller in einem jährlich wiederkehrenden Prozess zusammen, dem Connect-a-thon. Es ist ein „Stress-Test“ für Unternehmen und Lösungen, bei dem diese im Zusammenspiel mit anderen Herstellern ihre Konformität zu bestehenden Standards unter Beweis stellen müssen.

Standardisierter Informationsaustausch
März stellt in Kooperation mit CISCO und Tiani Spirit die IHE-Medical Data Exchange Solution (IHE-MDES) vor. Dabei handelt es sich um einen IHE-Bus zur standardisierten Kommunikation, einen per Software automatisierten und mittels IHE standardisierten Verbindungs- und Änderungsmanager. „Er gewährleistet die IHE-konforme Interoperabilität von Systemen und Medizingeräten sowie die permanente Verfügbarkeit sämtlicher Informationen. Darüber hinaus werden Sach- und Prozesskosten in der Kommunikation durch günstigere Schnittstellen bei automatischer ‚Pflege‘ eingespart. Hinzu kommt die hohe Investitionssicherheit für die Gesundheitseinrichtung: Alle Patientendaten werden im klinischen Arbeitsprozess aus den angeschlossenen Systemen und Geräten über die Einrichtungsgrenzen hinweg standardisiert mobil und hoch verfügbar gemacht", erläutert Harald März, Vorstandsvorsitzender des gleichnamigen IT-Dienstleisters.
Mit dem Klinikum Stuttgart hat sich bereits ein Haus für den Einsatz der IHE-MDES entschieden. 
Gerhard Härdter, Leiter des Servicecenters Informationstechnik, blickt der Altdatenmigration zu einer gesamtheitlichen, nicht proprietären, sondern IHE-konformen Datenbasis positiv entgegen.
Daten folgen automatisch den Patienten
Praktische Erfahrungen mit der Lösung hat im deutschsprachigen Raum neben der Niederösterreichischen Landeskliniken Holding AG (28 Kliniken und fünf unterschiedliche KIS) bereits das Klinikum Wels-Grieskirchen gesammelt. Das Klinikum versorgt eine von fünf Gesundheitsregionen im Bundesland Oberösterreich mit einem Einzugsgebiet von ca. 330.000 Einwohnern. Das 1.328-Betten-Haus, größtes Ordensspital und fünftgrößtes Klinikum in Österreich, betreut über 83.000 stationäre Patienten im Jahr. Im Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universitäten Innsbruck und Wien werden dazu 31.000 Operationen jährlich durchgeführt.
„Wir müssen uns der Herausforderung stellen, dass sich Patienten zwischen den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern bewegen, ihre Daten ihnen jedoch häufig nicht folgen. Die bleiben z.B. auf dem Weg Pflegeheim-Hausarzt-Klinikum-Hausarzt-Pflegeheim irgendwo hängen", erläutert Dr. Harald Eder, Leiter der Abteilung
Qualitätsmanagement/Organisationsentwicklung/IT im Klinikum Wels-Grieskirchen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Versand von Befunden per Telefax in Österreich ab Ende 2010 gesetzlich untersagt sein wird. „Darüber hinaus haben unsere Patienten derzeit keinen direkten Zugang zu ihren persönlichen Behandlungsdaten“, so Dr. Eder.
Elektronische Patientenakte auf Basis der MDES
Um einen reibungslosen Datenfluss zu gewährleisten, hat das Klinikum eine elektronische Patientenakte auf Basis der IHE-MDES aufgebaut. „Dem Vernetzungsansatz folgend, stehen seit November 2008 alle patientenbezogenen Informationen in einem Repository für alle Gesundheitsdiensteanbieter bereit. Dabei verwenden wir einen‚regionalen‘ Master Patient Index (MPI)“,
erläutert der Abteilungsleiter.
Der sichere Zugriff auf das Portal wird über Benutzernamen, Passwörter und ein Zertifikat gewährleistet, ist jedoch derzeit nur für medizinisches Personal eingerichtet. Laut Dr. Eder ist das System eine Erfolgsgeschichte: Seit November 2008 sind Pflegebegleitschreiben, seit Januar 2009 Befunde des Klinikums und seit Mai 2009 elektronische Einweisungen im Repository verfügbar.
Sehr schnell soll es nun möglich werden, über einen Link aus dem CDA-Kurzarztbrief direkt auf das Portal zuzugreifen. Danach ist bis Mitte dieses Jahres die Integration in die Oberösterreichische IHE Affinity Domain geplant. Funktional folgt dann die Einbindung der e-Medikation bzw. des e-Rezepts und die Öffnung des Portal-Zugangs für Patienten.
Resümee
Der Weg, den März mit seiner IHE-MDES Lösung weist, stellt den Kliniken einen leistungsfähigen unternehmensweiten Enterprise-IHE-Bus bereit:
- Der IHE-Bus realisiert eine standardisierte und sichere Kommunikation und stellt somit einen mittels IHE standardisierten Verbindungs-/Änderungsmanager dar.
- Durch die Kommunikation über den IHE-Bus und die Daten-Ablage in der eigenen Datenbank wird eine nicht-proprietäre, sondern eine komplett IHE-konforme und somit zukunftssichere Datenbasis erreicht.
- Durch die IHE-konforme Kommunikation und Datenbasis wird zudem ein übergeordneter Master Patient Index (MPI) generiert.

Harald März, Vorstandsvorsitzender der März AG
Damit sorgt die März-Lösung für IHE-konforme Interoperabilität von Systemen und Medizingeräten. Patientendaten aus Systemen und Geräten werden im klinischen Arbeitsprozess und über die Klinik-Grenzen hinaus standardisiert mobil und hoch verfügbar. Das sichert effiziente Prozesse.











